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Hafenmuenden

30. August 2011: Weser muss Wasserstraße bleiben

Es muss schon etwas sehr Wichtiges sein, wenn mehrere Bundestagsabgeordnete, Landräte und ein Bürgermeister sich zu einem Betriebsbesuch treffen. „Die Zukunft unseres Unternehmens steht auf dem Spiel“, fasst Axel Richter, Chef der Richter Maschinenfabrik, zusammen. Grund dafür ist die geplante Reform der Wasser- und Schifffahrtverwaltung (WSV) des Bundes. „Hinter diesem harmlosen Titel verbirgt sich möglicherweise einer der folgenschwersten Dummheiten für unsere Region," warnen die SPD-Politiker

Damit verbunden sei nicht nur ein radikaler Stellenabbau bei den WSV, wie etwa des zuständigen Amtes im nahe gelegenen Hann. Münden sowie seiner Außenstellen in Bad Sooden-Allendorf und Rotenburg an der Fulda, sondern auch die Herabstufung einiger Gewässer zu „nachrangigen Netzteilen“, die lediglich dem Wassertourismus dienen sollen.

Werra, Weser und Fulda hätten in der Zukunft nach dem Willen der Bundesregierung keine wirtschaftliche Bedeutung mehr und würden nicht entsprechend instand gehalten. Für Richter wäre dies das Ende eines besonders vielversprechenden Projekts: Seit 2007 nutzt das Unternehmen die Weser zum Transport ihrer zum Teil gigantischen Maschinenteile. „Ohne den Wasserweg haben wir keine Chance, Teile mit bis zu 300 Tonnen zu unseren Kunden in ganz Europa zu transportieren“, erläutert Vertriebsleiter Joachim Kraus das Problem. „Wir brauchen eine Mindestwassertiefe von 1,20m, um unsere Transportschiffe bewegen zu können. Dafür bedarf es einer funktionierenden und geregelten Wasserstraße.“

Sowohl die Straße als auch die Bahn seien dafür vom Gewicht oder von den Ausmaßen der Transportgüter nicht geeignet. Für den SPD-Bundestagsabgeordneten und Unterbezirksvorsitzenden Thomas Oppermann, in dessen Wahlkreis Hann. Münden liegt, ein gefährlicher Schildbürgerstreich der Bundesregierung. „Wir werden auf Bundes- und kommunaler Ebene alles dafür tun, dass dieser Unsinn nicht umgesetzt wird“, versprechen Reuter und Oppermann. Oppermann lobt zusammen mit dem Hessisch Lichtenauer Bürgermeister Jürgen Herwig den Einsatz des Unternehmens Richter, das kurzerhand den alten Hafen in Hann. Münden wieder zu einem echten Umschlagplatz für Wirtschaftsgüter gemacht habe.

In ihren Bemühungen werden die Bundespolitiker nachdrücklich von den betroffenen Landkreisen unterstützt, wie Landrat Stefan Reuß (Werra-Meißner-Kreis) gemeinsam mit dem Göttinger Landratskandidaten Bernhard Reuter unterstreicht: „Unsere Wirtschaft braucht eine befahrbare Wasserstraße ebenso wie der naturnahe Wassertourismus. Mit nicht durchdachten Sparplänen, die irgendwo am grünen Tisch entworfen wurden, aber nichts mit der Realität zu tun haben, werden wir uns nicht abfinden.“

Firma Richterhesslichtenau
Bürgermeister Jürgen Herwig, Bundestagsabgeordneter und Unterbezirksvorsitzender Thomas Oppermann, Landratskandidat Bernhard Reuter, Firmenchef Axel Richter, Bundestagsabgeordneter Michael Roth, Landrat Stefan Reuß und Vertriebsleiter Joachim Kraus (von links).

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