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Aschermittwoch_geywitz Foto: Gerd Aschoff

27. Februar 2020: Sticheleien gegen Merkel und Merz am Aschermittwoch

Zum diesjährigen Aschermittwoch konnten der SPD-Unterbezirk und der Ortsverein Gieboldehausen die stellvertretende Parteivorsitzende Klara Geywitz im Niedersachsenhof begrüßen. Die Brandenburgerin erfüllte mit ihrer ersten „Büttenrede“ überhaupt durchaus die Erwartungen des Parteipublikums.

Brandenburg gilt als das letzte humorfreie Preußen, doch gleich zum Einstieg machte Geywitz deutlich, dass sie die Klaviatur gezielter Sticheleien perfekt versteht. Sie wolle besser nicht dem Merkel-Motto folgen „Das bisschen Karneval sitze ich auch noch aus“. Auch dem Vorbild der Noch-CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer konnte sie nichts abgewinnen, die bei ihrem vorjährigen Karnevalsauftritt mit einem verunglückten Witz über Unisex-Toiletten aufgefallen war. Geywitz: „Eigentlich sollte AKK wissen, dass man auch an den tollen Tagen besser keine diskriminierende Witze macht.“

Aschermittwoch Foto: Gerd Aschoff
Kreisrat Marcel Riethig, Gastgeber Arnold Sommer und UB-Vorsitzender Thomas Oppermann konnten die stellvertretende Vorsitzende Klara Geywitz zum 30. Aschermittwoch begrüßen.

Deutlicher bekam Friedrich Merz sein Fett weg. Der konservative Kandidat für den CDU-Vorsitz sei ja ein paar Jahre aus dem politischen Geschäft gewesen, weshalb seine Ansichten so schlecht ins Jahr 2020 passen, stichelte Geywitz und bezeichnete ihn sogleich als „Epochenschlepper der Adenauer-Ära“. Sie setze treffsicher eine frauenpolitische Spitze gegen den Sauerländer: „Wenn eine Frau Friedrich Merz die Hand zum Gruß reicht, dann muss sie damit rechnen, dass er ihr den Mantel über den Arm ablegt.“ Aber auch die Grünen wurden von Geywitz nicht verschont: „Die Grünen sind für das Fällen von Bäumen für die Tesla-Fabrik. Den Wald nennen sie dann aber lieber Kiefernplantage.“

aschermittwoch Foto: Gerd Aschoff
Ohne Mettwurst geht es im Eichsfeld einfach nicht.

Nahtlos schlossen sich die politischen Kernaussagen der stellvertretenden Parteivorsitzenden an, die Ende vergangenen Jahres zusammen mit Vizekanzler Olaf Scholz erfolglos für den Parteivorsitz kandidiert hatte. Während die einen sagen, dass die Industrie die Umwelt kaputt macht, sagen die anderen, die Umwelt vernichte Arbeitsplätze. Geywitz: „Aufgabe der SPD ist es, beide Teile der Gesellschaft, die sich misstrauisch betrachten, zusammenzuführen.“ Es gelte, den grundlegenden Wandel unserer Gesellschaft und der Wirtschaft solidarisch zu gestalten. Wer verspreche, den Wandel vom Land fernzuhalten, verhalte sich populistisch.

Der SPD-Unterbezirksvorsitzende Thomas Oppermann bedankte sich für die „wunderbare Rede“ und sagte Klara Geywitz augenzwinkernd eine große Karriere als Büttenrednerin voraus. Mal sehen, was aus der „Parteivorsitzenden der Herzen“ noch wird. (gaf)

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