Zum Inhalt springen

7. März 2019: Politischer Aschermittwoch mit Biss

Zwischen Vilshofen und Passau wird der Politische Aschermittwoch seit genau 100 Jahren als durchaus massentaugliche Tradition gepflegt. Südniedersachsen ist trotz norddeutscher Lebensart Jahr für Jahr dabei. Im Niedersachsenhof Gieboldehausen setzen die Sozialdemokraten aus dem Unterbezirk und den Ortsvereinen Duderstadt und Gieboldehausen seit immerhin 29 Jahren ihren Stachel ins Fleisch des katholisch geprägten Eichsfelds und reden schon über die Nummer 30 im nächsten Jahr.

Als Festredner konnte der gut vernetzte Göttinger Bundestagsabgeordnete Thomas Oppermann in diesem Jahr den Hamburger Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs gewinnen. Der sechsmal direkt in den Bundestag Gewählte freut sich sehr darüber, „dass die SPD die Schwarzen endlich wieder vor sich hertreibt“. Er verteidige die SPD-Pläne für die Grundrente mit den Worten: „Das ist das Mindeste, was Geringverdienern gesetzlich zugesichert werden muss.“ Er kritisierte die Union scharf für die Behauptung, dass für so ein sozialpolitisches Projekt kein Geld vorhanden sei, während der Soli nach CDU-Vorstellungen für Besserverdienende abgeschafft werden soll. Kahrs: „Die Unterschiede zwischen uns und der Union werden endlich wieder deutlich. Jetzt greifen wir wieder richtig an.“

Kahrs hatte sichtlich Spaß, Differenzen mit der Union aufzuzeigen und gleichzeitig auf die zahlreichen Gesetze zu verweisen, die von der SPD in den vergangenen Monaten auf den Weg gebracht wurden. „Es gibt genug Themen, über die wir uns mit der Union streiten können. Trotzdem bringen wir gute Gesetze durch, die auch finanzierbar sind.“ Er plädierte für die Vereinigten Staaten von Europa, warb für den Zusammenhang von Sozial- und Wirtschaftspolitik und kritisierte die Zustände bei der Bundeswehr, in der zahlreiche Stellen unbesetzt sind, aber teure Berater zum Einsatz kommen. Zur AfD bezog Kahrs eine klare Haltung: „Die AfD ist schlimmer als ihr Ruf, driftet immer weiter nach rechts. Das ist in Wirklichkeit eine rechtsradikale Partei, die nichts anderes kann als mit Neid und Angst die Menschen aufzuhetzen, und die verboten werden muss.“

2019 Aschermittwoch 3 Foto: Gerd Aschoff
Larissa Freundenberger ist nicht nur örtliche SPD-Europa-Kandidatin, sondern auch Vorsitzende des JUSO-Unterbezirks Göttingen.

Vor dem Festredner Kahrs hatte Larissa Freudenberger als örtliche SPD-Europakandidatin ein klares Bekenntnis zur Europäischen Union abgelegt. „Wir sind die Europa-Partei, die mit ganzer Kraft die Errungenschaften der EU gegen die Skeptiker und Hetzer verteidigen. Das von uns gestaltete Europa kennt den Mindestlohn, kämpft für die Rechte der Frauen und ist stolz auf die Schülerinnen und Schüler, die für den Klimaschutz demonstrieren.“ Ziel sei es, mehr jüngere Menschen an die Wahlurnen zu bekommen.

In seinem Bericht aus dem Kreistag stellte Landrat Bernhard Reuter das gute Arbeitsklima in der Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und freien Wählern heraus. „Wir haben zur Hälfte der Wahlperiode 80 Prozent des Gruppenvertrages abgearbeitet.“ Als wichtigsten Bereich der kommenden Monate bezeichnete Reuter den Breitbandausbau und Angebotsverbesserungen im Nahverkehr. Dazu kündigte er die Inbetriebnahme des neuen Schnellbusses Göttingen-Duderstadt am 1. April des Jahres an. Das Eichsfeld wird also bestens angebunden. (gaf)

2019 Aschermittwoch 2 Foto: Gerd Aschoff
Die Original Landolfshäuser Blasmusikanten sorgen für die richtige bayerische Stimmung, schlossen aber ganz unbayrisch mit dem Niedersachsenlied.
2019 Aschermittwoch 4
Ein illustres Podium: Rainer Lentes (SPD-OV Gieboldehausen), Larissa Freudenberger (Europa-Kandidatin), Landrat Bernhard Reuter, MdB Johannes Kahrs, Doris Glahn (SPD-OV Duderstadt) und Reinhard Dierkes (Vorsitzender SPD-Kreistagsfraktion).

Vorherige Meldung: Die großen Fragen der Gesellschaft beantworten

Nächste Meldung: Europa ist nicht selbstverständlich

Alle Meldungen