Steve Scholtyseck führt die SPD Herzberg

 

Die SPD Herzberg soll künftig stärker wahrgenommen werden. Dies betreffe vor allem die Präsenz in den sozialen Netzwerken und in den Printmedien, kündigte der neue Vorsitzende Steve Scholtyseck in der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Herzberg im Hotel Jägerhof an. Der 37jährige Bankkaufmann löst den bisherigen Vorsitzenden Klaus Posselt ab.

 

Neben Steve Scholtyseck als Vorsitzender wurden Katja Beck, Lars Lübbecke und Andreas Philippi zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Neue Kassiererin ist Vera Asche, die Reinhard Willig ablöst. Neue Beisitzer sind Dagmar Willig, Joachim Holze, Michel Johns, Martin Kohlrusch, Klaus Posselt, Steffen Fuhse und Peter Bischof. Aus dem Vorstand verabschiedet wurde Michael Dietrich.

Wie ein roter Faden durch die mit 40 Mitgliedern gut besuchte Sitzung im Jägerhof Herzberg zog sich die mögliche Bildung einer "großen Koalition". Der scheidende Vorsitzende Klaus Posselt sprach sich gleich zu Beginn für die Koalitionsgespräche mit der CDU aus. "Wenn ein Schiff kentert, hat nicht allein der Kapitän versagt, sondern die gesamte Mannschaft."

Dass im Boot der SPD aber der Kapitän doch zumindest kurzzeitig falsch lag, betonte der Landtagsabgeordnete Karl Heinz Hausmann. Aus seiner Sicht war die vorbehaltlose Absage des Parteivorsitzenden Martin Schulz an die "GroKo" am Wahlabend völlig verfrüht. Doch spätestens jetzt müsse das "Rumeiern" aufhören, so der Landtagsabgeordnete. "Bei den Bürgern entsteht der Eindruck, dass wir nicht wissen, was wir wollen." Dies zeige nicht zuletzt das aktuelle desaströse Umfrageergebnis mit 18,5 Prozent.

In seiner letzten Amtshandlung als Kassierer musste Reinhard Willig eine ziemlich leere Kasse präsentieren. Dies sei aber den teuren Wahlkämpfen sowohl bei der Bundestags- als auch der Landtagswahl geschuldet. Folgerichtig wurde dem Vorstand die Entlastung erteilt.

Mittels einer Satzungsänderung soll sichergestellt werden, dass die Abteilungen des Ortsvereins, wie zum Beispiel Scharzfeld oder Lonau, trotz geringer Mitgliederzahl weiter intensiv in die Vorstandsarbeit eingebunden werden. Trotz leichten Unbehagens bei einigen Mitgliedern wurde diese "Konzentration der Parteistrukturen", wie es Andreas Philippi nannte, abgesegnet.

Der Kreistagsabgeordnete Philippi gab einen Überblick über die Tätigkeiten der SPD-Fraktionen im Kreistag Göttingen und im Stadtrat Herzberg. Die Kreisfusion habe sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt, die Rendite werde man aber erst in 15 Jahren erkennen. Zwar müsse man im Altkreis Osterode manche Dinge übernehmen, die den Göttingern wichtig seien, dagegen stehe aber beispielsweise die deutliche Senkung der Kreisumlage. Auf jeden Fall sei die Arbeit im Kreistag spannend, da in dem Gremium zehn Parteien "von ganz links bis ganz rechts" vertreten seien. Spannend sei es auch im Stadtrat Herzberg. Der Umgang miteinander sei gut, was auch für die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister Lutz Peters gelte. "Der kann sich in vielen Dingen besser auf uns verlassen als auf seine Partei", so Philippi schmunzelnd.

Der Umgang zwischen den Parteien war auch Thema beim Bericht zur Landtags- und Regierungsarbeit von Karl Heinz Hausmann. "Die Stimmungslage in Hannover ist gut, obwohl das Niveau im Wahlkampf teilweise unter die Gürtellinie war." In den Ausschüssen habe man inzwischen ein gutes Verhältnis zu den CDU-Kollegen. Er selbst werde nach dieser Legislaturperiode nicht nochmals kandidieren, bis dahin aber selbstverständlich volles Engagement zeigen, kündigte der Landtagsabgeordnete an. Hausmann nutzte die Gelegenheit, sich bei den Anwesenden für die "gewaltige Unterstützung im Wahlkampf" zu bedanken. Er habe mit Andreas Körner wahrlich keinen schlechten Gegenkandidaten gehabt, doch der vorgezogene Termin der Wahl sei aufgrund der damals herrschenden Stimmungslage gut gewesen.

2018 01 Ov HerzbergFoto: SPD Herzberg

Bei der Versammlung des SPD-Ortsvereins Herzberg (von links): Karl Wedekind, Karl Heinz Hausmann, Klaus Posselt, Katja Beck, Christa Harz, Dagmar Willig, Vera Asche, Werner Urban, Steve Scholtyseck, Martin Kohlrusch, Michel Jahns und Joachim Holze.

 


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