Laut, humorvoll und selbstbewusst

 

„Vor hundert Jahren wäre es kaum vorstellbar gewesen, dass wir beide hier gemeinsam stehen und eine politische Veranstaltung moderieren.“ Mit diesen Worten eröffnete Thomas Oppermann, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Göttingen, mit Blick auf die Göttinger Landtagsabgeordnete Dr. Gabriele Andretta die zentrale Veranstaltung der Sozialdemokraten zum Gedenken an die Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren.

 

Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen und dem SPD-Stadtverband hatte der Unterbezirk sich mit einer Poetry-Slam-Gala zu einem eher ungewöhnlichen Format im komplett gefüllten Jungen Theater entschieden.

Am 19. Januar 1919 durften Frauen zum ersten Mal an Wahlen teilnehmen. Vorausgegangen waren mühsame Kämpfe um politische Mitsprache. Oppermann brachte die damalige Geisteshaltung auf den Punkt: „Im autoritären Kaiserreich waren die Rollen klar verteilt. Die Frauen hatten sich zu fügen und um Kinder und Küche zu kümmern. Sie galten als zu emotional und hysterisch. Nur die Männer seien vernünftig genug, politische Entscheidungen zu treffen. Da kann man heute nur mit dem Kopf schütteln.“

„Die SPD war die einzige Partei, die schon in ihrem Erfurter Programm von 1891 ausdrücklich das allgemeine und gleiche Wahlrecht für Frauen und Männer forderte und kurz darauf einen Gesetzentwurf einbrachte“, führte Andretta aus. „Unter dem Gelächter der meisten Männer stimmte nur die SPD zu. Es ist haarsträubend, mit welch absurden Argumenten uns Frauen damals das Wahlrecht verweigert wurde.“

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Mit einer Poetry-Slam-Aufführung wählte die SPD ein eher ungewöhnliches Format für eine politische Veranstaltung.

Laut, humorvoll und selbstbewusst eroberten die Poetry-Slamerinnen Meral Ziegler (Düsseldorf), Leonie Warnke (Berlin) und Marsha Richarz (Leipzig) nicht nur die Bühne des Jungen Theaters, sondern auch die Herzen der 250 Zuhörerinnen und Zuhörer. Unterstützung erhielten sie dabei von den JT-Schauspielerinnen Jaqueline Mendel und Katharina Brehl, die Auszüge aus historischen Reden zeitgenössischer Frauenrechtlerinnen wie Luise Zietz, Rosa Luxemburg oder Marie Juchacz vortrugen. Die Allround-Künstlerin Ninia LaGrande führte als versierte Showmasterin gekonnt durch den Abend.

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